Glücklich bin ich, wieder im kalten aber zivilisierten Deutschland gelandet zu sein. In der letzten Woche hatte ich viel Spaß mit Bene, Türken und Verdauungsproblemen (drei Synonyme?), von denen ich euch im folgenden Text berichten werde.
Am 12.09.2005 haben Bene und ich uns morgens am Hauptbahnhof auf einen Kaffee getroffen. Das war kein Zufall, da wir wenige Tage zuvor unsere Reise nach Konakli gebucht hatten, die an diesem Morgen beginnen sollte. Ein Frikadellenbrötchen und eine ICE-Fahrt später saßen wir im Hamburger Flughafen. Was haben wir gelacht, dass sich die Rentner bereits Stunden vor Schalteröffnung in langen Reihen aufstellten. Als wir dann aber bemerkten, dass man dort ja auch die Sitzplätze zugewiesen bekommt, spurteten wir hinterher. Schlaue, dumme Rentner! Der Flug war toll, wie so ein Flug nun einmal ist. Schöne Aussicht, tolles Essen und lustiger Druck auf den Ohren. Manche mögen unser “Da ist ein Porsche”-Spiel vom Interrail-Urlaub kennen. Das Spielprinzip haben wir auf dem Flug verfeinert, indem wir uns gegenseitig dazu gebracht haben, direkt in die Sonne zu gucken. Ein Heidenspaß! Besonders lustig wurde es, als sich ein Schokobon in meinen Klamotten verteilte.
Irgendwann sind wir dann in Antalya gelandet, wo uns sogar abends 30° entgegenpressten. Ein kleiner (auf -4° klimatisierter) Bus brachte uns dann innherhalb von zwei Stunden zum Hotel. Unsere Bleibe wirkte auf Anhieb sympathisch, abgesehen davon, dass die Hauptstraße der Türkei direkt hinter unserem Zimmer verlief. Da halfen auch die papierenen Türen wenig. Zum Glück gab es zu dieser späten Stunde noch Pommes und Fleisch. So muss das sein. Gestärkt erkundeten wir die Anlage und erschraken doch sehr, als uns zwei in der Luft schwebende Augen anstarrten. Ein schlechter Zaubertrick, da zu den Augen ein schwarzer Mann gehörte, der eine gute Tarnung in der Nacht gewählt hatte. Dabei handelte es sich um den viel zu freundlichen Animateur Steve, dessen Namen ich mir mit Hilfe der Eselsbrücke “Steve O.” merkte. Daraus machte mein Gedächtnis leider bald “Mike O.” und schließlich “Meiko”, was Bene sehr erfreute. Dieser erste Abend endete mit zwei Gläsern Bier.
Die kommenden Tage werde ich nicht mehr einzeln aufführen, da sie eh alle ähnlich verliefen und ich im Nachhinein nicht mehr unterscheiden kann, was wann stattgefunden hat. Der “All inclusive”-Tarif (laut Bene “all you can drink”) unseres Urlaubs brachte viel Spaß mit sich. Abgesehen davon, dass man auch zum Frühstück Pommes essen, sich Salatteller vom Format eines Griech0ns zusammenstellen und Truthahn zu jeder Tageszeit verputzen konnte, war auch der Alkoholgenuss ohne Zusatzkosten möglich. So genossen wir die Sonne am Strand und holten uns in regelmäßigen Abstanden ein mit Efes Pilsener gefülltes Glas. Wie wir leider bald merkten, machte dieser über den Tag verteilte Biergenuss nicht breit. Aber es war trotzdem ein Spaß, zu beobachten, wie sich unser Bereich des Strandes mit leeren Gläsern füllte. Dank “all inclusive” gab es schließlich auch für diese Wegräumarbeiten entsprechende Sklaven. A pro pos Sklaven - die Putzfrauen dürften unser Zimmer geliebt haben. Nicht nur, dass sie meine im ganzen Zimmer verteilte Schmutzwäsche auf Benes Rucksack zusammengelegt haben, nein, sie hatten auch viel Spaß mit frischer Scheiße. Dass Bene ein Klomensch ist, weiß jeder. Mehrmals täglich lässt er es raus. Leider erwischte mich mitten in der Woche eine Durchfallattacke, die sich gewaschen hatte. Meine Explosionsgeräusche entlockten Bene stetst sein bekanntes “Heee Hee He Heeh Heee”. Aber ich bin zu voreilig. Nach einem recht breiten Abend entleerte ich mich zunächst oral. Gleich dreimal kotzte ich die Schüssel voll. Dabei habe ich gemerkt, dass abgestandene Cola Light noch beschissener schmeckt, wenn sie von innen nach außen durch den Mund wandert.
Die ansässigen Türken waren übrigens stets freundlich, was aber nichts daran änderte, dass mir diese Personen unsympathisch waren und stets suspekt erschienen. An jeder zweiten Ecke hatte ein freundlicher Herr “nur eine kleine Frage”. Aus Angst, die Antwort darauf nicht zu wissen, ignorierte ich diese Leute lieber. Okay, ich gebe es zu: Bene war der Ignorant und ich ließ mich dauernd in Gespräche verwickeln, aber die haben doch immer sooooo treu geguckt. Sehr interessant sind in der Türkei auch die öffentlichen Verkehrsmittel. Ein Bus ist 50% so groß wie sein deutsches Pendant, befördert aber doppelt so viele Personen. Zauberei? Nein, die Türen bleiben während der Fahrt geöffnet, sodass stets Leute herausfallen können. Na ja, so ähnlich war es zumindest . Übrigens regnet es auch an der türkischen Riviera ein- oder zweimal im Jahr. Das durften wir am eigenen Leib erfahren. Dankeschön Wetter! Unabhängig vom Wetter wird die Türkei übrigens regelmäßig von Stromausfällen heimgesucht. Regelmäßig bedeutet dreimal am Tag.
Schnitten gab es übrigens zu Hauf. Allerdings waren sie in der Regel zusammen mit einem Freund anzutreffen, der sie in meinen Augen natürlich nicht verdient hatte. Vielen Dank noch mal an Bene, dass er mich stets darauf hinwies, wenn irgendwo nackte Brüste am Strand auftauchten. Leider tat er das auch bei 60-jährigen Omas aus den dunkelsten Untiefen Russlands.
Am Sonntag war unsere wundervoller Urlaub leider schon zu Ende. Am Flughafen in Antalya wollte die Türkei meine Gutmütigkeit jedoch noch einmal auf die Probe stellen. Für zwei Becher Kaffee und ein Snickers bezahlte ich lächerliche zwölf Euro. Anstatt die Kassiererin auf diese Summe anzusprechen, habe ich lieber einen Schwall vulgärer Beleidigungen vom Stapel gelassen und absichtlich Zucker auf dem Tisch verteilt, damit das Miststück ordentlich zu putzen hatte. Aber man hat ja das Geld. 27 Euro in Münzen um genau zu sein. Irgendwie wollte mir keiner Geldscheine anvertrauen. Nach einem üblichen Flug kamen wir in Hamburg an und beendeten unsere Reise abrupt in Hannover.
Wahrscheinlich habe ich mehr als die Hälfte der Ereignisse vergessen aufzuzählen. Ich habe weder von den grandiosen Shows der Animateure noch von den zimmerinternen Sonnencremekriegen oder Benes schwerer Verwundung im Wasser erzählt. Vielleicht hole ich das noch nach. Oder ich verlasse mich auf die Vollständigkeit von Benes Bericht. Der wird mitsamt grandioser Fotos bald unter DEINE MUTTER zur Verfügung stehen.
Alles Gute
der Blokus (mein “c” hat L’Turs verschluckt)